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Festhalten und Staunen im bunten Minibus
Seit fünf Jahren lädt der Hochlandexpress zur Rundfahrt über Dresdens
Anhöhen
Manchmal muss man sich ordentlich festhalten, wenn Christoph Wessel
seinen bunten Minibus über die kleinen holprigen Dorfstraßen des
Schönfelder Hochlandes lenkt. Ein bisschen Abenteuercharakter hat so
eine Fahrt auf den Anhöhen von Dresden, die Gäste müssen ab und zu
schmunzeln, wenn am steilen Anstieg mal wieder der Motor verreckt.
„Natur pur erleben sie mit uns", kommentiert Christian und Kunath
spontan den kleinen Ausrutscher, der die Rundfahrt erst zum besonderen
Erlebnis macht. Seit fünf Jahren chauffieren Straßenverkehrsunternehmer
Wessel und Ortschronist Kunath Einheimische und Touristen im
„Hochlandexpress" durch die kleinen Dörfer des Schönfelder Hochlandes,
das seit 1999 zur Landeshauptstadt zählt. In neunzig Minuten tuckert der
Kleinbus mit gemütlichem Tempo durch alle 16 Ortsteile, unterhaltsam
kommentiert wird der Ausflug vom lizenzierten Stadtführer Kunath am
Mikrofon.
Vorbei geht es an der Weißiger Jugendstilkirche zum Sportpark. „Der Park
ist seit Jahren Zankapfel zwischen Stadtverwaltung und Schönfeldern",
erklärt Kunath. „Wir wünschen uns hier eine Schwimmhalle,
damit die Schüler zum Schwimmunterricht nicht mehr bis nach Klotzsche
fahren müssen." Nur einige Meter weiter beginnt das schicke
Villenviertel auf der Heinrich-Lange-Straße, nicht zu übersehen ist das
Haus von Landtagspräsident Erich Iltgen, der direkt vorm Eingangstor mit
einem Wahlplakat auf seinen Wohnsitz aufmerksam macht. Gemächlich rollen
wir weiter nach Gönnsdorf, wo in Panoramalage gerade eine neue Siedlung
entsteht.
Die Reise durch grüne Weiten kommentiert Ortschronist Kunath mit
Geschichten aus der Vergangenheit, Gegenwärtigem und Zukunftsplänen.
Ohne Gedächtnisstütze versorgt er die lauschenden Fahrgäste mit einer
Jahreszahl nach der anderen, erzählt aber dennoch locker und bringt die
Zuhörer mit lustigen Bemerkungen zum Schmunzeln.
Besonders reizvoll zeigt sich die grüne Landschaft des Hochlandes bei
klarem, sonnigen Wetter, wenn man von den Anhöhen bis hinüber in die
Sächsisch-Böhmische Schweiz, zum Lilien- und Königstein blicken kann.
„Mit dem Fernrohr können sie dann sehen, wie ein kleiner Junge dort
drüben in seine Bockwurst beißt", bemerkt Kunath.
Er zeigt uns den Gasthof Cunnersdorf, der als einziger in der Region
über eine Boule-Bahn verfügt, und später das marode Rittergut Helfenberg.
Auf eines der Gebäude erhebt das kurfürstliche Haus Wettin nun
Ansprüche.
Am Schönfelder Renaissance-Schloss bremst Wessel den Bus ab, das
prachtvolle Gebäude ist ein Höhepunkt der Fahrt. Dazu zählt auch der
Triebenberg, mit 383 Metern die höchste Erhebung Dresdens, Startbahn für
Gleitschirmflieger und Standort eines Speziallabors des Instituts für
Strukturphysik der Technischen Universität.
In Borsberg wird der Blick frei auf Elbe und Stadtzentrum. Hier ließ
Graf Marcolini 1780 eine künstliche Grotte mit Aussichtsplattform bauen.
Über die Bundesstraße 6 vorbei am Gewerbepark landen wir schließlich
wieder am Gasthof Weißig, versorgt mit Eindrücken einer wunderschönen
Landschaft und gut informiert über das andere Dresden.
Quelle: Sächsische Zeitung, Von Skadi Hofmann |