Sonntag, 05. September 2010
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Festhalten und Staunen im bunten Minibus

Seit fünf Jahren lädt der Hochlandexpress zur Rundfahrt über Dresdens Anhöhen

Manchmal muss man sich ordentlich festhalten, wenn Christoph Wessel seinen bunten Minibus über die kleinen holprigen Dorfstraßen des Schönfelder Hochlandes lenkt. Ein bisschen Abenteuercharakter hat so eine Fahrt auf den Anhöhen von Dresden, die Gäste müssen ab und zu schmunzeln, wenn am steilen Anstieg mal wieder der Motor verreckt. „Natur pur erleben sie mit uns", kommentiert Christian und Kunath spontan den kleinen Ausrutscher, der die Rundfahrt erst zum besonderen Erlebnis macht. Seit fünf Jahren chauffieren Straßenverkehrsunternehmer Wessel und Ortschronist Kunath Einheimische und Touristen im „Hochlandexpress" durch die kleinen Dörfer des Schönfelder Hochlandes, das seit 1999 zur Landeshauptstadt zählt. In neunzig Minuten tuckert der Kleinbus mit gemütlichem Tempo durch alle 16 Ortsteile, unterhaltsam kommentiert wird der Ausflug vom lizenzierten Stadtführer Kunath am Mikrofon.

Vorbei geht es an der Weißiger Jugendstilkirche zum Sportpark. „Der Park ist seit Jahren Zankapfel zwischen Stadtverwaltung und Schönfeldern", erklärt Kunath. „Wir wünschen uns hier eine Schwimmhalle,
damit die Schüler zum Schwimmunterricht nicht mehr bis nach Klotzsche fahren müssen." Nur einige Meter weiter beginnt das schicke Villenviertel auf der Heinrich-Lange-Straße, nicht zu übersehen ist das Haus von Landtagspräsident Erich Iltgen, der direkt vorm Eingangstor mit einem Wahlplakat auf seinen Wohnsitz aufmerksam macht. Gemächlich rollen wir weiter nach Gönnsdorf, wo in Panoramalage gerade eine neue Siedlung entsteht.
Die Reise durch grüne Weiten kommentiert Ortschronist Kunath mit Geschichten aus der Vergangenheit, Gegenwärtigem und Zukunftsplänen. Ohne Gedächtnisstütze versorgt er die lauschenden Fahrgäste mit einer Jahreszahl nach der anderen, erzählt aber dennoch locker und bringt die Zuhörer mit lustigen Bemerkungen zum Schmunzeln.
Besonders reizvoll zeigt sich die grüne Landschaft des Hochlandes bei klarem, sonnigen Wetter, wenn man von den Anhöhen bis hinüber in die Sächsisch-Böhmische Schweiz, zum Lilien- und Königstein blicken kann. „Mit dem Fernrohr können sie dann sehen, wie ein kleiner Junge dort drüben in seine Bockwurst beißt", bemerkt Kunath.
Er zeigt uns den Gasthof Cunnersdorf, der als einziger in der Region über eine Boule-Bahn verfügt, und später das marode Rittergut Helfenberg. Auf eines der Gebäude erhebt das kurfürstliche Haus Wettin nun Ansprüche.
Am Schönfelder Renaissance-Schloss bremst Wessel den Bus ab, das prachtvolle Gebäude ist ein Höhepunkt der Fahrt. Dazu zählt auch der Triebenberg, mit 383 Metern die höchste Erhebung Dresdens, Startbahn für Gleitschirmflieger und Standort eines Speziallabors des Instituts für Strukturphysik der Technischen Universität.
In Borsberg wird der Blick frei auf Elbe und Stadtzentrum. Hier ließ Graf Marcolini 1780 eine künstliche Grotte mit Aussichtsplattform bauen. Über die Bundesstraße 6 vorbei am Gewerbepark landen wir schließlich wieder am Gasthof Weißig, versorgt mit Eindrücken einer wunderschönen Landschaft und gut informiert über das andere Dresden.

Quelle: Sächsische Zeitung, Von Skadi Hofmann

 
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